Das Uhrenmuseum Wuppertal

Wer hat an der Uhr gedreht...?

Angefangen von den Wasseruhren der alten Ägypter, über die Sonnenuhren der Antike, Sand-, Öl- und Feueruhren, bis hin zum High-Tech-Zeitmesser, der die Atomzeit anzeigt, und den modernsten Armbanduhren mit Stimmgabel- und Quarzantrieb reicht die kostbare Sammlung des Uhrenmuseums Wuppertal.

Winzigkleine und riesengroße, laute und leise, kostbare und einfache, für die Wohnung, den Arm, den Nachttisch, die Reise, sogar als Ohrschmuck; Uhren aus Gold, Knocher oder - kaum zuglauben - ganz aus Holz.

Die Wege der Unikate sind oft abenteuerlich. So kehrte zum Beispiel eine heimische Standuhr aus dem Jahr 1766 nach 214-jähriger Uhren-Karriere um die ganze Welt ins Wuppertaler Uhrenmuseum zurück. Sie geht noch immer genau. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, entdeckt die liebevollen Details und viel interessante Technik. Quelle: Stadt Wuppertal


Die Anfänge der Zeitmessung

Sonnen- und Wasseruhren waren wohl die ersten Zeitmesser. In der heutigen Zeit mit modernen Armbanduhren und Smartphones, die für uns wie selbstverständlich zur Verfügung stehen macht man sich gar kein Bild davon, wie sich die Menschen wohl vor 3.000 Jahren auf eine Zeit für ein Treffen verabredet haben. Hier eine spannende Erklärung zur Sonnenuhr von Henrick Abeler.


Wie viel Uhr ist es jetzt?

Wie viel Uhr ist es jetzt? Um welche Zeit wollen wir uns treffen?
Wie die alten Ägypter sich auf eine Uhrzeit verständigt haben könnten, das hat uns Henrick Abeler erklärt. "Drei Fuß vom Palmen-Schatten" oder "Dreiviertel Palme"... So ganz genau wissen wir es heute nicht aber es muss ja geklappt haben, denn die alten Ägypter haben neben den Sonnen- und Wasseruhren erstaunliches geleistet und geschaffen (Stichwort: Pyramiden).

Aber wie verabreden wir uns heute? Mal abgesehen von "Frage: Wann wollen wir uns treffen? Antwort: Ich Whatsapp Dir...". Sagt man "18:45 Uhr" oder "Dreiviertel Sieben" oder vielleicht doch eher "Viertel vor Sieben"?

Willkommen bei Norddeutsche lernen die Uhr zu lesen... oder was bedeutet die Uhrzeit: Dreiviertel Sechs, Sieben, Acht...


Ein virtueller Rundgang

Ein kurzer virtueller Rundgang wird dem Uhrenmuseum und seinen vielen Schätzen nicht gerecht. Man muss wirklich vor Ort sein um sich einen bleibenden Eindruck über die Geschichte von rund 5000 Jahren Zeitmessung zu verschaffen. Für einen ersten Eindruck hier ein kurzer Videorundgang und eine Panoramaaufnahme aus dem Uhrenmuseum.

Uhrenmuseum Wuppertal

Uhren in allen Größen und Formen

Das Uhrenmuseum zeigt Uhren in allen Formen und Größen und es gibt sehr ausgefallene Stücke und manches, was man auf den ersten Blick nicht mal als Uhr erkennen würde.


La Mysterieuse

Die Funktionsweise der "La Mysterieuse" (franz. geheiminsvoll - Wikipedia) ist auch auf den zweiten Blick ein Rätsel und scheint wie Zauberei.

La Mysterieuse - Sie verdankt ihren Namen dem rätselhaften Antrieb des Zeigers, der scheinbar keine Verbindung zu irgendeinem Räderwerk hat. Das Uhrwerk mit einem seltenen Hemmungs-System von Garnier befindet sich im Sockel und überträgt die Antriebskraft auf den inneren, kaum sichtbaren Glaszylinder. Von diesem wird durch den bogenförmigen Träger mittels einer Welle die Kraft an das Zifferblatt übertragen. Dieses besteht aus zwei Glasscheiben. Auf die vorderen Scheibe sind römische Zahlen aufgemalt. Der Zeiger ist auf der zweiten Scheibe befestigt, die durch den Glasrand verdeckt, eine Metallfassung mit einem Zahnkranz hat.
Paris um 1840, Arbeit des Robert Houdin (1805 - 1871)


(Auslauf-)Wasseruhr - Die Zeit läuft...

Eine Wasseruhr bezeichnet ein Gerät zur Zeitmessung, bei dem als Hilfsmedium Wasser verwendet wird. Ihr seit Jahrtausenden in zahlreichen Kulturen genutztes Prinzip, dass Teile des Mediums von einem Behälter in einen anderen strömen und dabei konstante Zeiteinheiten definieren, wurde später auch bei den Sanduhren verwendet. Quelle: Wikipedia

Was die alten Ägypter konnten, das könnt ihr auch. Eine Wasseruhr (Auslaufuhr) zum selber bauen, z. B. im Physikunterricht (Themen: Druck, Unterdruck und Vakuum). Eine einfache Beschreibung mit Experiment für eine Wasseruhr findet ihr auf "Physik für Kids".

Hier sind zwei sehr ähnliche Erklärungen und einfache Anleitungen für den Bau unterschiedlicher Wasser-Aus-/Ablauf-Uhren als PDF verlinkt.
Anleitung für den Unterricht Klett Schulbuchverlag: Ägyptische Zeitmessung
Förderverein Science und Technologie e.V.: Experimente zum Selbermachen - Die Auslauf-Wasseruhr


"Dreiviertel Palme" - Sonnenuhr selber bauen

Die von Henrick Abeler im Video erklärte Sonnenuhr ist ein Beispiel von vielen wie eine Sonnenuhr aussehen kann. Im Werk-/Bastel- oder Physikunterricht könnt ihr eine eigene Sonnenuhr bauen. Ideen und einfache Bauanleitungen für eine Sonnenuhr findet ihr hier:

GEOlino.de - kreativ basteln: Sonnenuhr zum selberbauen
Bauplan-Bauanleitung.de: Sonnenuhr Bauplan

Baut eure eigenen Sonnenuhren und schickt uns Fotos. Wir stellen eure Fotos hier in einer Galerie/in einem Image-Slider aus.


Ey, rück mal 'n Stück...

Außerhalb des Uhrenmuseums findet man die erste öffentlich installierte Weltbevölkerungsuhr der Welt. Steht man davor und schaut der rasant schnell fortlaufenden Anzeige zu, dann bekommt man das Gefühl, als ob man ein Stück zur Seite rücken muss... um etwas Platz zu machen.

Jeden Tag wächst die Weltbevölkerung um ca. 229.277 Menschen. Das sind in der Minute ca. 159 Menschen und ca. 2,7 Menschen in der Sekunde. Wahnsinn, oder nicht?

Auf weltbevoelkerung.de kann man online dem Zuwachs der Menschheit zusehen und als kleinen Gag kann man ermitteln lassen (zumindest grob) der wievielte Erdenbürger man selbst ist.


Die Geschichte des Uhrenmuseums

Herr Georg Abeler hat nicht die gesamte Uhrenkollektion auf der Versteigerung erworben. Am 24. März 1955 wurde die Uhrensammlung des vorstorbenen Rechtsanwalt Dr. Antoine Feill versteigert. Es ist gegen 11.30 Uhr. Der Auktionator lässt einen zierlichen Hammer auf sein Pult fallen. "420.- DM zum dritten" ruft er in den Saal und schlägt damit die soeben ausgerufene Wanduhr, eine alte englische Lantern Clock - einen Mann zu, der noch nie zuvor eine Auktion besucht hatte. Georg Abeler muss einen Zettel mit der Nummer 62 unterschreiben und nach der Mittagspause noch sieben weitere, dann ist die Auktion vorbei.

Weder der Auktionator noch die Auktionsversammlung - und auch nicht der Ersteigerer selbst - ahnen, dass dies die Geburtsstunde des Wuppertaler Uhrenmuseums ist. Als Georg Abeler abends mit seinen Schätzen nach Hause kam, sprang der Funke über. In diesem Augenblick war die ganze Familie - vor allem aber sein Sohn Jürgen - zu begeisterten Uhrensammlern geworden.

Etwas mehr als drei Jahr später fand am 08.10.1958 die Eröffnung des Wuppertaler Uhrenmuseums statt.

Die Exponate des Uhrenmuseum im Kellergewölbe des Juwelier-Stammhauses Abeler dokumentieren 5000 Jahre Zeitgeschichte und reichen von einer ägyptischen Auslaufwasseruhr, römischen und griechischen Sonnenuhren, französischen Pendulen und napoleonischen Kaminuhren, Stutzuhren in Tierformen, Kerzen- und Sanduhren, Uhren in Dolchen, Knöpfen und in einem hölzernen Totenkopf, die umfangreiche Entwicklung der Räderuhr und dekorative Spielwerke des Barock und Rokoko bis zur ersten kontinentaleuropäischen Atomuhr aus dem Jahre 1956 oder Armbanduhren mit Solar- und Quarzantrieb. Die meisten der ausgestellten Uhren wurden in einer eigenen Spezialwerkstatt restauriert und funktionieren wieder. Originalgetreue Nachbildungen und Rekonstruktionen werden in der Spezialwerkstatt hergestellt.

Es sind über 1.000 Exponate der Zeitgeschichte.

Mehr verraten wir hier jetzt aber nicht... besucht das Uhrenmuseum in Wuppertal und dreht eine Runde mit der Schwebebahn!


Das Tal der Wupper = Wuppertal

Wuppertal, die Heimat des Uhrenmuseums und die Stadt der Superlativen und Besonderheiten. Angefangen von den vielen Treppen (sehr vielen Treppen), sprachlichen Besonderheiten, die jedem Deutschlehrer große Freude bereiten (dat, wat, Da sachse wat...), dem Gerücht, dass alle Kinder in Wuppertal mit einem Regenschirm zur Welt kommen (es regnet oder wie der Wuppertaler sagt "ett plästert" halt viel...) und schon so mancher "über die Wupper ging" , ist Wuppertal auch die Heimat des weltberühmten Pina Bausch Tanztheaters und dem genialsten öffentlichen Verkehrsmittel der Welt - der Schwebebahn. So genial, das es sogar die bekannten Gummibärchen in Form der Schwebebahn gibt, genannt Schwebies. Aber verschaffe Dir selbst einen Eindruck von Wuppertal...


Das Bergische Land

Wuppertal ist die größte Stadt im Bergischen Land und nicht wie häufig behauptet ein Teil des Ruhrgebiets (dat hätten die im Pott wohl gerne...). Einen sehr schönen Eindruck von der Umgebung Wuppertals und dem Bergischen Land vermittelt der WRD-Beitrag aus der Reihe "Wunderschön!": Die Wupper, eine Flussreise durchs Bergische Land


Kinder, wie die Zeit vergeht...

Erst da kommt man auf die Welt,
ganz egal, ob's uns gefällt.
Danach kommen dann die Zähne.
Man vergießt oft eine Träne.
Man lernt krabbeln unter Schwitzen.
Anschließend lernt man das sitzen,
bis man dann von selber steht:

Kinder, wie die Zeit vergeht!

Wenn man laufen kann und spricht,
muss man dann zum Unterricht.
Durch die Schule aller Klassen,
bleibt mal sitzen - wird entlassen.
Dass das Wissen man vermehre,
geht man dann in eine Lehre,
bis man als Gesell da steht:

Kinder, wie die Zeit vergeht!

Für euren Unterricht und das Kulturkiosk Erasmus+ Projekt haben wir diesen kurzen Museumsführer erstellt und hoffen sehr, dass es kurzweilig war ;-)

Wir danken Herrn Henrick Abeler für die freundliche Unterstützung!


Anschrift und Kontakt

Wuppertaler Uhrenmuseum
Heinrich Abeler GmbH & Co.KG
Poststraße 11
42103 Wuppertal
Tel.: 0202 49 399 0
Fax: 0202 49399-59
E-Mail: info@abeler.de

Das Wuppertaler Uhrenmuseum seit dem 10.09.2016 geschlossen! Lesen Sie hierzu auch » Ende einer Wuppertaler Ära - Abeler schließt das Uhrenmuseum

Die Sammlung Abeler hat im September geschlossen. Jetzt ist sie wieder zu sehen. Christian Stüben hat sie ins Netz gebracht. Das Uhrenmuseum kann digital besucht werden